Österreich
Burgenland: Schwer unterschätzt
Klein, eingezwängt, ohne namhafte Städte - das Burgenland wird selbst in Österreich oft nur als Randlage betrachtet. Was zwar ein wenig ungerecht ist, aber gerade Immobilienkäufern sehr gute - und vor allem günstige - Chancen eröffnet
von Dirc Kalweit
Ein Blick in dieses Wörterbuch lohnt sich bei einem Besuch der Alpenrepublik allemal. Erst recht, wenn es um Immobilien geht. Denn da teilt sich das Land - auch sprachlich - noch mal regional auf. Für das Burgenland ist das "Kellerstöckl" das beste Beispiel dafür. Dabei handelt es sich ursprünglich um ein meist in Hanglage errichtetes Gebäude, das - hauptsächlich in Weinbaugebieten - landwirtschaftlich genutzt wurde. Sein Hauptbestandteil war eben der Keller, der vor allem als Lagerraum genutzt wurde, obendrauf wurde meist nur ein Geschoss in einfachster Bauweise gesetzt.
Da geht es heutzutage natürlich wesentlich komfortabler zu, aber die historisch-architektonischen Wurzeln sind auch bei dem hier vorgestellten Beispielobjekt in Bad Sauerbrunn erkennbar. Die Neubauvilla ist - natürlich - voll unterkellert und bietet dadurch eine Nutzfläche von beachtlichen 354 Quadratmetern. Eine Sauna, zwei Partyräume (oder "Stüberln", um sprachlich korrekt zu bleiben) und eine Vinothek finden hier Platz. Letztere dient auch schon mal zur Verkostung einheimischer Gewächse: Mit nur knapp 280.000 Einwohnern ist das Burgenland zwar Austrias bevölkerungsmäßig kleinstes Bundesland, der Produktivität im Weinbau tut das aber keinen Abbruch. Zusammen mit Niederösterreich bildet die Region zwischen Neusiedler See und Eisenberg das wichtigste Weinbaugebiet unseres Nachbarlandes.
Was nennenswerte Wirtschaftsfaktoren angeht, war's das aber auch schon. So liegt das Burgenland mit einem regionalen Bruttoinlandsprodukt von 20.100 Euro je Einwohner (nationaler Durchschnitt: 28.800) am Ende der Tabelle, und auch beim verfügbaren Haushaltseinkommen hält man die rote Laterne sehr fest. Vielleicht ist das auf die - angesichts der Grenzen zu Ungarn, Slowenien und der Slowakei - schwierige geographische Lage zurückzuführen, vielleicht auch auf den mächtigen Schatten der Hauptstadt, die, nur 80 Kilometer vom Neusiedler See entfernt, Arbeitskräfte und Investitionen wie ein schwarzes Loch aufsaugt. Immerhin: Vom gesamtösterreichischen Wirtschaftswachstum profitiert nach Angaben von Statistik Austria auch das Burgenland; es liegt hier sogar leicht über dem Durchschnitt.
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