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New York City

Goldrausch am Hudson River

 

Diese Stadt strotzt vor Energie. Fünf Jahre nach den Terrorangriffen ist Manhattan wieder voll da. Flächendeckend hält ein Luxus Einzug, der nur noch für richtig Reiche erschwinglich ist. Selbst in Harlem und der South Bronx wird mit Häusern spekuliert

 

von Gerald Paschen

West 125th Street: Als Bill Clinton vor fünf Jahren an dieser Adresse sein Büro bezog, das ihm als Ex-Präsident zustand, herrschte bei manchem US-Bürger Verwunderung. Nicht auf die piekfeine Upper East Side oder das als Treffpunkt von Politikern und Intellektuellen bekannte Gramercy war die Wahl gefallen, sondern auf die symbolische Hauptstadt des "schwarzen Amerika": Harlem. Ausgerechnet diese Neighborhood in Upper Manhattan, die in den siebziger Jahren vor allem als sozialer Brennpunkt mit Drogen, Armut und Kriminalität aufgefallen war; wo über Jahrzehnte kaum Investitionen getägt worden waren; und wo Arbeitslosigkeit sowie marode Baustrukturen lange das Bild bestimmt hatten.

"Harlem ist heute ein heißer Markt", sagt Richard T. Anderson, der Präsident der städtischen Baulobby, des New York Building Congress. Er meint damit nicht etwa die Deals mit Crack, sondern die mit Wohnraum. Besonders die West 125th Street ist ein Beispiel dafür, wie sich der Wert einer Gegend verändern kann - vielleicht war ja sogar Clintons Standortwahl die Initialzündung für die Aufwertung. Im "neuen" Harlem sind Geschäfte und Supermärkte eröffnet worden. Die Kriminalität ist in der Amtszeit des Bürgermeisters Rudolph Giuliani (1993 bis 2001) in ganz New York deutlich zurückgegangen, No-Go-Areas gibt es praktisch nicht mehr. Allenfalls in einigen Zonen East Harlems (auch "Spanish Harlem" oder "El Barrio" genannt) sind manche Straßenzüge noch mit Vorsicht zu genießen.

"Gute Gewinnchancen versprechen jetzt gerade schwierige Gegenden wie die South Bronx oder East Harlem", sagt Diane Ramirez, die Geschäftsführerin des Maklerunternehmens Halstead Property. Noch gibt es allerdings recht wenig Developments in der South Bronx. Anders als in West Harlem: Dort sind die Verkaufspreise für Apartments im ersten Halbjahr 2006 um stolze 25 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Üblicherweise werden die Apartmentpreise bei den New Yorker Analysten nach condominium- und cooperate-Gebäuden aufgeschlüsselt (siehe Glossar). Die Beträge für condos liegen bei knapp 7.000 Dollar pro Quadratmeter, während co-ops im Schnitt 6.200 Dollar kosten. Harlem kann sogar schon mit echten Highlights wie dem neuen condo-Hochhaus 111 Central Park North aufwarten, von dem aus sich ein spektakulärer Blick über die grüne Lunge der Stadt bietet. Die durchschnittlichen Wohnungspreise dort markieren auf dem immer edleren Immobilienmarkt New Yorks aber eher die Untergrenze. "In Manhattan etwa", so Stephen Kliegerman, Marketing-Direktor bei Halstead Property, "sind in der Regel knapp 11.000 Dollar pro Quadratmeter zu zahlen, am südlichen und westlichen Central Park etwa 33.000 und vereinzelt sogar über 50.000 Dollar."


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