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IBA Hamburg

Die Zukunft des Bauens

 

Zwar findet die Abschlusspräsentation der Internationalen Bauausstellung erst im Frühjahr 2013 statt, aber die IBA ist bereits in vollem Gange. Ein Überblick

 

von Sven Heinen

Glaubt man einer landläufigen Pauschalmeinung der Hamburger, fängt südlich der Elbe bereits der Balkan an. Mit anderen Worten: Alles, was nicht nördlich des Flusses liegt, gehört nicht wirklich zur Hansestadt. Unnötig zu sagen, dass es Oberbaudirektor Fritz Schumacher, ein gebürtiger Hamburger, war, der noch weit vor dem 1. Weltkrieg die Aussage prägte: „Der Hamburger wohnt auf der Geest“ – also nördlich. Dort, wo man sicher vor Überflutung war.

Bis heute wird die Elbe zumindest von den Traditionalisten geradezu als Äquivalent zur Berliner Mauer gesehen. Doch spätestens seit den Planungen für die (leider gescheiterte) Bewerbung Hamburgs für die Ausrichtung der Olympischen Spiele 2012 sowie mit der Weiterentwicklung der HafenCity hat eben diese Mauer deutliche Risse bekommen. Mehr noch: Mit der Internationalen Bauausstellung dürfte sie endgültig fallen. Denn der viel zitierte Sprung über die Elbe scheint nicht nur kurz bevorzustehen, er ist für die wachsende Stadt unerlässlich und soll durch die IBA mit Leben gefüllt werden.

Hamburgs Zukunft liegt eindeutig im Süden

Rund 50 Projekte umfasst die IBA in Wilhelmsburg, Harburg und Veddel. Standorte, die von einer extremen Durchmischung geprägt sind. Und zwar sowohl was die Bevölkerungsstruktur als auch die Nutzung angeht. Diese Vielfalt soll als Chance verstanden werden, Innovationen und Visionen umzusetzen. So werden in diesem Umfeld wichtige Fragen zur Zukunft der Stadtentwicklung, des Bauens und des Lebens allgemein beantwortet.

Zudem sollen diese Quartiere auch nach Beendigung der IBA von den initiierten Vorhaben noch profitieren. Dabei stehen drei Leitthemen auf dem Programm: Kosmopolis, Metrozonen und Stadt im Klimawandel. Während Kosmopolis das interkulturelle Zusammenleben und neue Stadträume und integrativen Wohnungsbau zum Thema hat, geht es bei den ­Me­trozonen um die Möglichkeit der Nutzung von Zwischenräumen. Sozusagen am lebenden Beispiel soll hier geklärt werden, wie mit architektonischen Lösungen ein Gleichgewicht zwischen Industriezonen und wohnwirtschaftlicher Nutzung an einem Ort entstehen kann.

Der großen Herausforderung des Wachstums im Einklang mit der Natur stellt sich das Leitthema Stadt im Klimawandel. Hier geben spektakuläre Projekte wie der Energiebunker oder der Energieberg aufschlussreiche Antworten. Hier soll speziell auch die Bevölkerung durch Kommunikation und ökonomische Anreize zum Mitmachen bewegt werden.

Für jedermann begreif- und erlebbar

Einige der Projekte befinden sich noch in der Bauphase oder haben bislang noch keinen Investor. Doch das Gros kann bereits heute besichtigt werden. Damit die IBA quasi für jedermann einfach begreif- und erlebbar wird, entstand im Zollhafen Veddel ein schwimmendes Zentrum, das IBA DOCK. Hier können sich Besucher informieren, die Ausstellung anhand eines Modells überblicken und die Werkstattschau IBA at WORK begutachten. Zudem gibt es hier die Möglichkeit, an Gruppenführungen teilzunehmen, sich Fahrräder oder sogar einen GPS-gesteuerten Multimedia-Guide zu leihen, um die Projekte in Eigenregie zu erkunden.   

 

Was ist eigentlich die IBA?

Internationale Bauausstellung Hamburg lautet der offizielle Name, doch wer nun denkt, es handle sich – wie bei einer Ausstellung üblich – um ausgestellte Exponate, die man besichtigen kann, der irrt. Die IBA ist eher als ein Prozess, eine Entwicklung zu betrachten. Acht Bauausstellungen gab es bisher, und bei jeder ging es darum, die Stadt der Zukunft zu entwickeln.

Essenzielle Fragen sind zu klären: Wie und wo werden wir in 20 Jahren wohnen, arbeiten, lernen und uns bewegen? Was tun wir gegen den Klimawandel? Dabei ist die IBA nicht erst 2013 auf dem Areal zwischen HafenCity, Wilhelmsburg und Harburg zu bewundern. Seit dem IBA-Auftaktjahr 2007 wird in Hamburg geforscht und entwickelt, gebaut und besichtigt. Und seit der Zwischenpräsentation 2010 wird zum „Baustellen schauen“ eingeladen. Die feierliche Präsenta­tion der Projekte erfolgt dann bei der großen Abschlusspräsentation im Frühjahr 2013.

 


Veröffentlicht am Donnerstag, 26.Januar 2012 um 13:24 Uhr

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