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Indien

Luxus-Wohnturm in Mumbai bleibt unbewohnt

 

Der reichste Mann Asiens weigert sich, in seinem hochluxuriösen Wohnturm zu übernachten. Das Gebäude sei unvereinbar mit einer indischen Feng Shui Variante.

 



Starkes Wirtschaftswachstum ist gut für den globalen Wettbewerb, aber im Land selbst klafft dagegen die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinander. Eines dieser scheinbar florierenden Länder ist Indien, das nach offizieller Schätzung im abgelaufenen Finanzjahr 2010/2011 ein Wirtschaftswachstum von stolzen 8,6 Prozent erzielte. Bester Beleg für die wachsende gesellschaftliche Dissonanz: der 173 Meter hohe Wohnturm „Antilia“ des reichsten Menschen Asiens Mukesh Ambani in Mumbai.

Hintergrund der damals aufkeimenden Diskussion: Der Wohnturm liegt in unmittelbarer Nähe diverser Slums der indischen 12,5-Millionen-Einwohner-Metropole und macht die Kluft zwischen Arm und Reich so besonders sichtbar. Laut Daten der Volkszählung von 2001 leben schließlich 6,5 Millionen Menschen (54,1 Prozent) in den Slums der wichtigsten Hafenstadt des Landes. Das 4.532 Quadratmeter große Grundstück, auf dem der Wohnturm steht, gehört zudem einer Stiftung für Waisenkinder und war eigentlich als nicht verkäuflich deklariert worden.

Nicht genügend Morgensonne im Wohnturm

Nachdem sich diese Debatte um den Wohnturm etwas gelegt hatte und auch seine angeblichen Kosten von über einer Milliarde US-Dollar ins Reich der Fabeln verwiesen wurde, kristallisiert sich das nächste Pulverfass heraus: Denn laut bild.de weigert sich das Ehepaar und ihre drei Kinder, in dem Wohnturm zu nächtigen. Der Grund: Vastu Shastra, eine 5.000 Jahre alte hinduistische Form von Feng Shui. Die Lehre vom harmonischen Wohnen und Leben soll das Lebensgefühl positiv beeinflussen und die Gesundheit unterstützen.

So ist es für Vastu-Anhänger beispielsweise wichtig, beim Aufwachen die Morgensonne zu sehen. Genau dies scheint aber nur bedingt möglich zu sein, da der Wohnturm über zu wenig Fenster an der Ostseite verfügt. Die Ambanis haben demnach Angst, dass ein Einzug ihnen Pech bringt. Zwar fanden schon einige Partys in dem Wohnturm statt, doch Ambani und seine Familie übernachteten nie in ihrem neuen Luxus-Tempel, sondern fuhren immer wieder in ihr altes Haus im Süden Mumbais.

Veröffentlicht am Montag, 07.November 2011 um 11:33 Uhr

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