International
Uruguay im Umbruch
Das kleine Land Uruguay - zwischen Brasilien und Argentinien gelegen - arbeitet intensiv daran, wieder zur „Schweiz Südamerikas“ zu werden
Text & Fotos von Claus-Peter Haller
In jüngster Zeit hat sich viel getan in Uruguay, dem Land nördlich der breiten Mündung des Rio de la Plata. Noch vor wenigen Jahren hatte der Tourist oft den Eindruck, er befände sich auf einer Zeitreise. Mancherorts schienen die Kalender stehen geblieben zu sein. Auf den langen, geraden, endlosen Straßen in Uruguay begegneten einem rundliche Pick-ups aus den 50er-Jahren, mitunter sah man sogar noch ein T-Modell der Marke Ford aus den 20er Jahren – mit hölzernen Felgen. Nicht etwa als gewienerte Schmuckstücke enthusiastischer Oldtimer-Fans, sondern als seit vielen Jahrzehnten unermüdlich im Einsatz befindliches Nutzfahrzeug. Es gibt diese Autos immer noch in Uruguay, genauso wie die Cowboys und Schafhirte auf ihren Pferden, aber sie werden doch zunehmend seltener.
Uruguay – ein Agrarstaat für drei potenzielle Zielgruppen
Uruguay hat weder nennenswerte Bodenschätze noch Industrien. Das Land ist ein klassischer Agrarstaat, dünn besiedelt, mit riesig dimensionierten Weiden, die sich bis zum Horizont erstrecken. Dieses unberührte Weideland ist das Kapital des Landes. Uruguay bietet ideale Bedingungen, um Rinder bis zur Schlachtreife aufwachsen zu lassen. „Uruguayan grass fed Beef“ genießt internationale Anerkennung. Hier stehen die Rinder ungefähr dreieinhalb Jahre auf der Weide und werden weitgehend sich selbst überlassen. In der Regel wird weder zugefüttert noch gemästet oder mit Antibiotika immunisiert. Der weltweite Markt für echtes Bio-Rindfleisch wächst stetig. Das hat sich seit 2004 auch deutlich auf die Preise ausgewirkt. Der Hektar Weideland kostet in Uruguay zwischen 900 und 1.350 Euro, Mischland (ein Drittel Acker, zwei Drittel Viehwirtschaft) zwischen 2.000 und 3.500 Euro, und der Hektar Ackerland wird je nach Lage und Qualität zwischen 3.000 und 7.500 Euro gehandelt. Ein Hektar Weideland bietet in der Regel jährlich genügend Futter, um 1,2 Rinder aufzuziehen. Eine Rendite von mehr als zwei bis drei Prozent ist in Uruguay derzeit realistisch nicht zu erwarten – der Gewinn liegt im Wertzuwachs.Uruguay ist für drei Zielgruppen interessant. Erstens: Wer davon träumt, eine Estancia zu besitzen und mit dem Pferd seine Rinderherden zu begutachten, für den ist dieses Land absolut empfehlenswert. Zweitens: Ebenfalls interessant ist Uruguay für Investoren, die große landschaftliche Flächen erwerben möchten. Drittens: Wer sich ein antipodisches Domizil aufbauen möchte, das heißt unserem Winter entfliehen und im Sommer auf der Südhalbkugel erleben möchte, sollte sich die Küste zwischen Montevideo und Punta del Este anschauen. Vielleicht springt ja der Funke über...
Uruguay – Land und Leute
Uruguay Staatsform: Präsidialrepublik, offizieller Name: República Oriental del Uruguay – Republik östlich des (Flusses) Uruguay, Landessprache: SpanischFläche 176.215 Quadratkilometer, ungefähr halb so groß wie Deutschland, Uruguay grenzt im Norden an Brasilien, im Osten an den Atlantik, im Süden an den Rio de la Plata, im Westen an Argentinien
Einwohner ca. 3,5 Millionen, das entspricht 20 Einwohner je Quadratkilometer (Deutschland: 229 Einwohner je Quadratkilometer), 1,5 Millionen leben in und um die Hauptstadt Montevideo, die Provinz-Metropolen haben zwischen 50.000 und 100.000 Einwohner, internationaler Ferienort ist Punta del Este (in der Hochsaison 30.000 Einwohner und 170.000 Urlauber)
Klima im Norden subtropisch, im Süden gemäßigt, in Montevideo scheint die Sonne circa 2.800 Stunden, im Sommer (Dezember bis März) liegen die Temperaturen bei 28 Grad, im Winter (Juni bis August) fallen die Temperaturen in Uruguay selten unter 6 Grad
aus Bellevue Nr. 06/2011
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Veröffentlicht am Montag, 24.Oktober 2011 um 11:31 Uhr
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