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Inseln
Absolut privat
Wer sich aus der Öffentlichkeit zurückziehen will und es sich leisten kann, der kauft sich seine eigene Insel. Ein Privileg, das aber nicht nur den Reichen und Schönen vorbehalten bleiben muss
von Dirc Kalweit
Herbert Feuerstein kam der Sache noch am nächsten. "Es hat mit dem Meer zu tun", vermutete der Moderator und Ex-TV-Partner von Harald Schmidt. Damit lag er zwar goldrichtig, führte seine Mitspieler in der Neuauflage des Ratespielklassikers "Was bin ich?" aber auf die falsche Fährte. "Sind Sie Fischhändler?", fragte etwa Ex-Bundesarbeitsminister Norbert Blüm und bekam dafür ein promptes Nein als Antwort. Auch dem Rest des Ratequartetts erging es in der Sendung im Oktober 2003 nicht besser. Perlenhändler, Kreuzfahrtveranstalter und sogar Sklavenhändler wurden als potentielle Berufe des Gastes genannt - alles falsch.
Dass sich die Profession des Farhad Vladi so schwer erraten lässt, liegt zum großen Teil daran, dass sie beinahe einmalig ist. Der gebürtige Hamburger ist nämlich Inselmakler. Heißt konkret: Er vermittelt an interessierte Kunden jedes Eiland, das sich seiner Expertenmeinung nach zu Wohnzwecken eignet. Auf der ganzen Welt, zu Preisen ab rund 30.000 Euro (Sheep Island in Kanada) bis hin zu zweistelligen Millionenbeträgen (ein zu den US Virgin Islands gehörendes Inselpaar für 45 Millionen US-Dollar). "Die meisten Verkäufe", erzählt der Diplom-Volkswirt, "bewegen sich aber in Größenordnungen zwischen 100.000 und drei Millionen US-Dollar." Auch Geld, das man erst einmal haben muss - neben der Bereitschaft, es für ein komplett vom Wasser umgebenes Fleckchen Erde auszugeben. Wie sieht er denn aus, der typische Inselkäufer? "Er ist Individualist, kann improvisieren, liebt die Natur und sucht zumindest in den Ferien Abgeschiedenheit und Ruhe", charakterisiert Vladi seine Klientel.
Vor allem die uneingeschränkte Privatsphäre dürfte es sein, die gerade prominente Zeitgenossen zu den größten Inselliebhabern macht. So meinte Marlon Brando einmal über sein eigenes Atoll Tetiaroa, das er sich nach den Dreharbeiten zu "Meuterei auf der Bounty" zugelegt hatte: "Hier bin ich nicht Brando, der Star. Hier bin ich Brando, der Mensch." Eine Einschätzung, die auch heute noch von diversen Kollegen aus dem Showbiz geteilt wird. US-Schauspieler Johnny Depp nennt als größten Vorteil seiner Insel die Tatsache, dass sie nur per Boot oder Wasserflugzeug zu erreichen ist; die Soulsängerin Diana Ross zog sich gern auf ein Südseeidyll namens Tiano Island zurück, das ihr einst gehörte; und auch deutsche Namen finden sich auf der Liste derer, die ein meerumspültes Rückzugsgebiet besaßen: So fand sogar (oder gerade?) das notorische Enfant terrible Klaus Kinski auf den Bahamas sein ganz eigenes Refugium inklusive wunderschöner Sandstrände.
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