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Italien

Das eigene Hotel

 

Nicht weit von Rom fand Susanne Lukowski ihr eigenes kleines Hotel – mitsamt Restaurant. Ein Himmel auf Erden für die passionierte Köchin

 

von Johannes Bohmann (Text) und Humberto Nicoletti Serra (Fotos)

Viele Wege führen nach Rom? Für Susanne Lukowski war es sprichwörtlich so. Weil sie ans Theater wollte als Maskenbildnerin daheim in München, aber nur eine Lehrstelle als Friseurin fand, ging sie nach Rom. Um Italienisch zu lernen, was für einen Theater-Job ja vielleicht hilfreich sein konnte – doch natürlich kam es anders: „Das mit dem Italienisch“, erzählt sie, „hat gut geklappt, das mit der Rückkehr nicht. Ich verliebte mich in Gianfranco – und heiratete.“

Karriereschritte: Buchhalterin, Fotoredakteurin, Hotelbesitzerin

Wie lange das her ist? Lang genug jedenfalls, um der Biografie noch die Ausbildung zur Buchhalterin in einer römischen Im- und Exportfirma hinzuzufügen, dann den Job einer Redaktionssekretärin im Italienbüro eines deutschen Verlags – und 2003 dann doch die Rückkehr an die Isar. „Fotoredakteurin bei einer großen Münchner Zeitung, das konnte ich nicht ausschlagen. Zwei Jahre habe ich es auch ausgehalten – dann hatte ich Heimweh nach Italien.“ Und so beendete ein Schild mit der Aufschrift „vendesi“, zu verkaufen, die Münchner Karriere: Es hing an der jasminbewachsenen Fassade der „Locanda di Mirandolina“ im Städtchen Tuscania, eine Stunde nördlich von Rom. Eine Freundin, bei der sie zu Besuch weilte, hatte dort ihr Sommerhaus. Und Wochen später Susanne Lukowski zur Nachbarin.

„Es ist hier“, sagt Lukowski, „genauso zauberhaft wie in der Toskana.“ Dass sie recht hat, weiß man spätestens, wenn man zur blauen Stunde unter Kastanien und – natürlich – Jasmin in ihrem Garten sitzt und zuhört, wie sie vom Glück ihrer Existenzgründung erzählt. Sie ist selbständig! Besitzt ein so kleines wie feines Landhotel mit ebensolchem Restaurant.

Ein Haus, das ihre ureigenste Handschrift trägt! Sichtlich stolz ist sie zum Beispiel auf die Farben, die sie den Gästezimmern der Locanda gab; ein Freund, der Künstler Michael Müller-Ahlheim, half ihr dabei: „Jeder Raum hat mindestens sechs verschiedene Farbschichten aus natürlichen Pigmenten, alle mit dem Schwamm aufgetragen. Es war harte, sehr harte Arbeit, aber es hat sich gelohnt. Denn die Zimmer, jedes für sich, leben regelrecht durch die Farben."           
  Foto: Humberto Nicoletti Serra
Köchin aus Leidenschaft: Susanne Lukowski


Veröffentlicht am Donnerstag, 05.August 2010 um 11:38 Uhr

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