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Investment
Mein eigenes Weingut
So heißt einer der schönsten Immobilienträume überhaupt. Wer ihn leben möchte, braucht nicht nur Zeit und Geld, sondern auch Mut zur Kreativität
von Johannes Bohmann
Dass die Zukunft auf dem Spiel stehe, wie seither unheilsschwanger geraunt wird, wissen die Weinbauern zwischen Val de Loire und Minervois aber ehrlich gesagt schon länger. Und zwar nicht, weil die Pole schmelzen, sondern weil sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen des weltweiten Weinmarkts, den die Franzosen lange nur von seiner Sonnenseite her kannten, geändert haben. Frankreichs führende Fachagentur zur Vermittlung von Weingütern, Vignobles Investissement aus Montpellier, fasste es zum Jahreswechsel folgendermaßen zusammen: Der Markt für Massenprodukte ist seit der sich 2008 abzeichnenden Weltwirtschaftskrise so stark unter Druck, dass die Preise für die Güter, auf denen er erzeugt wird, kontinuierlich fallen. Spitzenlagen, auf denen Crus und Grand Crus produziert werden, ziehen dagegen an. Die Statistik, die diesen Befund illustriert zeigt deutlich: Die Schere zwischen Masse und Klasse geht immer weiter auseinander.
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Preisschere in Frankreich Güter für generische Weine verloren binnen vier Jahren 17 % an Wert, Spitzenlagen gewannen fast 30 % (Berechnung ausgehend vom Faktor 100 für das Jahr 1990) Quelle: Vinea Transaction |
Wir haben Hendrik Thoma gebeten, seine persönlichen Tipps für angehende Weinbauern zu formulieren. Eine Quintessenz daraus lautet: lieber klein und originell als groß und (vermeintlich) etabliert. Für Letzteres nämlich, so Thoma, gelte das berühmte Diktum des kalifornischen Weinpapstes Robert Mondavi „Start a big one. Everything else is just a hobby.“ Denn in den berühmten Lagen – in der Toskana, im Burgund, in Mondavis Napa Valley – seien die Grundstücke schon seit Jahren überteuert. „Wenn man da mitmachen will, muss man in der Tat nicht nur im großen Stil einsteigen, sondern auch sehr viel Zeit mitbringen.“ Ganz im Gegenteil dazu sieht Thoma die Chance viel eher im Neuen und Ungewöhnlichen. Reizvoller, finanziell überschaubarer und letzten Endes auch spannender für die Vermarktung seien neue Lagen, die noch niemand kennt.
Veröffentlicht am Dienstag, 03.August 2010 um 10:43 Uhr
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