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Marktreport
Auf nach Argentinien?
Pferde, Golf und Wein - mit diesen Vokabeln sollen Immobilienkäufer nach Argentinien gelockt werden. Doch lohnt sich der Einstieg in die meist noch unfertigen Projekte?
von Jens Fritzenwalder
Hoch zu Pferde reiten wir durch eine Landschaft, die zwar hier und da blüht, die aber eher auf ein Terrain zur Übung von Mondlandungen schließen lässt – zumindest in ihrem derzeitigen Zustand. In der Ferne brüllen Baufahrzeuge und reißen Krater in die Natur, schieben Bauschutt hin und her und modellieren an einer hoch ambitionierten Anlage herum, die auf Hochglanzprospekten längst Gestalt angenommen hat. Doch Papier ist bekanntlich geduldig. Vielleicht pariert Florencia Chapar, PR-Liaison für das Estancia-Projekt, deshalb skeptische Fragen nach dem Zeitplan mit noch mehr Geduld. Und sehr viel Enthusiasmus. Animiert rattert sie die Eckdaten des 600 Hektar großen Bauvorhabens herunter: 30 Prozent der 350 Lots (in der Größe von 1.500 Quadratmetern bis zu einem Hektar) sind bereits verkauft – die Käuferschicht ist mit bis dato zehn Nationalitäten – darunter auch jemand aus Deutschland – sehr international ausgerichtet. Polofelder und Golfkurs stehen kurz vor der Platzreife, ein elegantes Klubhaus im typischen Baustil der lokalen Calchaquí-Kultur bewirtet bereits interessierte Investoren, und für dieses Jahr ist sogar schon die erste Weinlese vorgesehen. Nicht nur bei den Investoren, auch im nahen Städtchen Cafayate, der Winzerhochburg im Nordosten des Landes, herrscht Goldgräberstimmung, denn mit der Erschließung der Estancia 2007 schossen sofort die Grundstückspreise in der unmittelbaren Nachbarschaft in die Höhe.
Am höchsten aber sind sie in der Anlage selbst, anfänglich 50 Dollar kostete der Quadratmeter, seitdem sind die Preise schon um 20 Prozent gestiegen – für die Region ist das viel, vielleicht zu viel? Kritische Stimmen merken an, dass ein Ausverkauf der Region droht und sich die ansässige Bevölkerung bald ihr eigenes Land nicht mehr leisten kann. Frau Chapar weist die Bedenkenträger in die Schranken. „Die Kommune schätzt uns sehr, immerhin sind wir neben der Weinindustrie der größte Arbeitgeber in der Gegend. Die Leute sind höchst zufrieden.“ Bei so viel (gespieltem?) Optimismus wirkt dann auch ihre Prognose, was die Fertigstellung der gesamten Infrastruktur angeht, kaum überraschend. „Ich rechne damit, dass in drei Jahren hier über 180 Häuser stehen werden.“ Denn auch bei der Konstruktion der eigenen vier Wände haben die Macher ihre Hausaufgaben längst erledigt, zusammen mit dem renommierten amerikanischen Architekten Jack Zehren und dessen Firma Calchaquí Homes bieten sie eine Vielzahl von „Turn-Key“- (Fertighaus-) Lösungen an.
Die Angebote sind breit gefächert – das „Jardín“-Modell fängt bei einer Größe von 275 Quadratmetern bei 325.000 Dollar an, das exklusive „Chacra Home“ hört bei opulenten 783 Quadratmetern und einem Preis von 1,2 Million Dollar auf (Infos: www. calchaquihomes.com). Wer lieber individuell bauen möchte, auch dem kann Calchaquí Homes helfen: Derzeit kalkuliert man mit 850 Dollar Baukosten pro Quadratmeter. Keine Frage, dass in der Zwischenzeit das Reitsportzentrum, das Boutique Hotel & Spa und sogar das „Pueblito“ – ein künstliches Dorfzentrum in der Tradition alter spanischer Kolonialplätze mit Cafés und Restaurants – längst fertig sein werden.
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