Neu: Bellevue 3/2012
Das aktuelle BELLEVUE-Heft 02/2012

BELLEVUE
Ausgabe 3/2012

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Ein Traum im Bau: In einer der schönsten Weinregionen des Landes steht ein exklusiver Country Club kurz vor der Vollendung (Foto: La Estancia de Cafayate)

Ein Traum im Bau: In einer der schönsten Weinregionen des Landes steht ein exklusiver
Country Club kurz vor der Vollendung (Foto: La Estancia de Cafayate)


Verkaufsdruck? Fallende Preise? Wie überall auf der (Immobilien-)Welt, greift auch in Argentinien das gute, alte Klischee der 3L – Lage, Lage und nochmals Lage. Und die scheint auf der Estancia Villa María eine besonders gute zu sein. „Die Leute greifen gern dort zu, wo etwas erst noch im Werden begriffen ist und wo deshalb die Preise das Potential haben, noch höher zu steigen, als dort, wo eine Anlage bereits völlig fertiggestellt ist.“ Davon zeigt sich Federico Blizniuk, Projektmanager der Estancia Villa María, überzeugt. „Es ist eben auch ein spekulatives Element, das die Investoren hier reizt.“ Hier ist erneut auf dem Land. Genauer: Gefühlte Lichtjahre, aber dennoch nur knapp 45 Autominuten von der brodelnden Kapitale Buenos Aires entfernt, entstehen auf 624 Hektar Bauland 804 Grundstücke, die sich dann kreisförmig an etwas anpassen, das als eine der architektonischen Ikonen des Landes gilt – die Villa Maria, ein bald 100 Jahre altes Tudor-Normandy-Bauwerk, umgeben von einem 74 Hektar großen Park mit üppigem Baumbestand. Und weil die Villa schon seit längerem als exklusives, wenngleich etwas altmodisches Hotel dient, können die Drahtzieher des Projekts, die Fiducia Group, hier aus dem Vollen schöpfen: Ein historisch gewachsenes Areal, das nun mit den zeitgemäßen Errungenschaften eines modernen Country-Clubs flankiert wird. Für die Tennisanlage zeichnet Tennislegende Guillermo Vilas verantwortlich, hinter dem Golfplatz stehen die argentinischen Ausnahmespieler Eduardo und Andres Romero und das Poloteam sattelt unter der Ägide von Top-Profi Ignacio „Nacho“ Figueras auf. Große Namen für … noch kleines Geld. Die ersten 200 Lots sind verkauft, damals noch für 30 Dollar pro Quadratmeter, in der jetzigen Phase kosten die nächsten Grundstücke 40 Dollar – und sie sind in Größen von 2.000 Quadratmetern bis zu 1,4 Hektar zu haben. Potentielle Bauherren haben anschließend eine große Auswahl, gleich vier renommierte Architekturfirmen (www.estanciavillamaria.com) wurden beauftragt, verschiedene Modelle für die Estancia zu entwerfen – die Auswahl erstreckt sich von klassisch über modern und denkt fast alle Facetten zeitgenössischer Architektur ab – in Größenordnungen von 300 bis 900 Quadratmetern, bei letzteren ist dann der Stall für die Polopferde ein Muss. Bei Baukosten ab 750 Dollar pro Quadratmeter kosten sie ab circa 220.000 Dollar aufwärts. Seit dem Spatenstich im Juli 2007 sind schon über neun Millionen Dollar investiert, die ersten Poloturniere finden bereits statt, und man ist guter Hoffnung, in diesem Jahr noch die ersten neun Löcher des Golfkurses einweihen zu können.

Aber auch hier gilt, was für viele potentielle Argentinien-Investoren manchmal zum roten Tuch wird. Nicht nur die räumlichen Horizonte in diesem riesigen Land sind endlos, auch die zeitlichen. Wer heute zum Beispiel die Anlage Santa María de los Andes (www.santamariadelosandes.com) unweit von Mendoza besucht, sieht in erster Linie immer noch das, was auch schon vor über zwei Jahren (siehe Bellevue 02/07) zu sehen war: Viel Potential und nicht allzu viel Fortschritt. Auf die Frage, was denn nun wirklich Sehenswertes passiert ist, findet Lucas Abihaggle, der schon damals am Projekt arbeitete, trotzdem eine Reihe interessanter Antworten. „Wie haben ungefähr das vierfache an Wein gepflanzt, unser Gästehaus ist fertig, wir haben Straßen angelegt, das Haupttor gebaut und sogar noch einmal komplett unsere Landschaftsplanung neu ausgerichtet.“ Aber reicht das, um weitere Käufer anzuziehen? Anscheinend ja, die Aussicht, hier irgendwann seinen eigenen Wein lesen zu können, ist immer noch das größte Aushängeschild. Ein Hektar am Fuße der Kordilleren kostet derzeit zwischen 80 und 125.000 Dollar – je nachdem ob man Bares hinlegt oder über mehrere Jahre abzahlt. Ende des Jahres sollen die ersten Privathäuser (die Baukosten liegen derzeit bei circa 700 Dollar pro Quadratmeter) gebaut werden, 2011 ist dann die Bodega komplett einsatzfähig. Bis dahin aber können die Eigner ihren Wein natürlich anderweitig verkaufen und somit bereits einen Teil ihres Investments refinanzieren.

In vino veritas? Für einige ist das ganze Lifestyle-Projekt trotz seiner Vielfalt längst schon wie der sprichwörtliche alte Wein in neuen Schläuchen, sie suchen längst nach neuen, reizvolleren Alternativen. Paul Reynolds ist da einem neuen Trend auf der Spur. „Think different! Obstplantagen zum Beispiel. Pflaumen, Kirschen oder auch Walnüsse, alles Erzeugnisse, die kaum besteuert werden. In Argentinien billig zu produzieren, auf dem Weltmarkt teuer abzusetzen.“ Wer in diese Richtung denkt, dem ist zumindest eines gewiss – blühende Landschaften wenigstens einmal pro Saison.


aus Bellevue Nr. 01/2010









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Veröffentlicht am Mittwoch, 20.Januar 2010 um 08:55 Uhr

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