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City-Report

Bau-Hauptstadt Berlin

 

Steigende Mieten, neue Bauprojekte und eine immer größere Nachfrage – Berlins Immobilienmarkt rückt einmal mehr in den Mittelpunkt. Außerdem: ein Blick auf die schöne Nachbarin Potsdam

 

von Sven Heinen

Dickes B, Home an der Spree“, so leitete die Berliner Musikgruppe Seeed im Jahr 2001 ihre erste Hitsingle ein. Dickes B, das stand sinnbildlich für die Heimatstadt Berlin. Die Entwicklung der Millionenstadt war „krass“ oder „fett“, um im Jargon der Szene zu bleiben. Heute, sieben nicht unbedingt fette Jahre später, könnte das dicke B für die Hauptstadt erneut gelten. Allerdings dürfte es nun auch für „Baustelle“ oder „Bauboom“ stehen. Denn nachdem die Genehmigungszahlen im Wohnungsbau jahrelang vor sich hindarbten, sprießen die Neubauprojekte derzeit wieder nur so aus dem Boden. Dies gilt vor allem für die Bereiche Mitte, Prenzlauer Berg und Kreuzberg. In den begehrten westlichen Citystadtteilen wie Charlottenburg sind es eher kleinere Erweiterungen, die auf den Markt kommen. Zur Verdeutlichung: 1997 teilte das Statistische Landesamt mit, dass bei Neubauten sowie Aus- und Umbauten Baugenehmigungen für insgesamt 25.774 Wohnungen erteilt wurden. 2007 verzeichnete Berlin nur noch 4.889 neue Wohnungen – nicht einmal 20 Prozent des Werts von vor zehn Jahren. In jedem Fall deutlich zu wenig für eine Metropole mit über 3,3 Millionen Einwohnern.

Wahrscheinlich infolge der Kauflust ausländischer Investoren und Privatiers sieht sich eine Vielzahl an Bauträgern nun in der Pflicht, ein adäquates Angebot zu schaffen. Und dafür gibt es offenbar genügend Anlass, ist doch das Interesse an urbanem und citynahem Wohnen auch an der Spree ungebrochen. „Nachholbedarf“ dürfte hier das passende Wort sein – jedenfalls wenn es um das hochwertige Segment geht. Denn die Feststellung, es bestehe ein Unterangebot in zentralen Lagen, bezieht sich weitgehend auf absolute Toplagen. „In Berlin boomen die Luxus-Immobilien“, titelte folgerichtig die „Berliner Morgenpost“ in diesem Frühjahr. Doch das geht einigen Bauträgern dann wiederum zu weit. Man rudert sofort zurück und lässt verlauten, richtiger Luxus beginne doch eigentlich erst bei 10.000 Euro pro Quadratmeter. Ein Preis, den zugegebenermaßen nur sehr wenige Projekte wirklich erzielen können. Das Philippe-Starck-Vorhaben namens Yoo Berlin am Zirkus wäre so eines. Oder das Quartier am Auswärtigen Amt. Trotzdem warten fast alle neuen Projekte mit Unterzeilen wie „the finest place to live“ auf, oder sie bieten hauseigene Wellnessbereiche oder einen Doorman-Service an. Da passt es eben doch ins Bild, wenn zum Beispiel eine Expertin sagt, man glaube weiter daran, dass in Berlin ein Bedarf an hochwertigen Immobilien bestehe – speziell im Bereich des Leipziger Platzes. Irgendwie klingt das schon ein wenig nach Luxus, oder?


Seite 2: Zwei Galerien mit Neubauprojekten in Berlin /
Preisentwicklung in den unterschiedlichen Stadtteilen »


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